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Paarmediation

 

Manchmal ist eine gescheiterte Paarbeziehung mit soviel Schmerz und gegenseitigen Verletzungen verbunden, dass gemeinsame Absprachen kaum noch möglich erscheinen. Die Eskalation des Streits verhindert für lange Zeit, dass die Partner emotional Abschied von einander nehmen können, und dass die Wunden verheilen. Es leiden aber nicht nur die ehemaligen Partner, sondern in besonderer Weise auch die Kinder, die nicht mehr wissen, wie sie sich in dieser Situation verhalten müssen, um beiden Eltern gerecht zu werden. Mediation hilft einen Schluss-Strich unter die Vergangenheit zu ziehen und konstruktive Regelungen für die Zukunft zu finden.

Mediation ist ein Verfahren, das der Wiederherstellung oder Aufrechterhaltung einer Kooperationsbeziehung in Trennungsphasen dient. Insbersondere, wenn die Trennung einseitig herbeigeführt wurde oder einer der Partner den Eindruck hat, dass die Trennungsgründe vom anderen Partner absichtlich und ohne Berücksichtigung seiner Gefühle und berechtigten Interessen hergestellt wurden, kommt es zu einer emotionalen Verletzung, in deren Folge sich zunächst Trauer und Wut zu einem explosiven Gemisch verbinden. Oft reicht die Beziehung der Partner zu einer gemeinsamen Verarbeitung des Trennungsschocks nicht mehr aus, sei es, dass sich der verlassende Partner bereits emotional sehr weit entfernt hat und er keine Verantwortung mehr für die Gefühle des Verlassenen übernehmen möchte, sei es, dass er sich einfach emotional überfordert fühlt. Manchmal wirken auch die neuen Partner des Paares auf das Konfliktgeschehen ein.

Die hier von mir entwickelte und angewandte Vorgehensweise zählt zu den psychosozialen Ansätzen, die den nach-partnerschaftlichen Beziehungsaspekt in den Mittelpunkt rückt. Es geht um die Herausarbeitung der Gerechtigkeitsvorstellungen der Partner, um das Ausloten von im beiderseitigen Interesse gemeinsam wahrgenommener Verantwortlichkeiten, z.B. die Elternverantwortung, die kreative Erweiterung von Optionen bezüglich gemeinsamer finanzieller Interessen, Regeln zum Umgang mit den neuen Partnern, etc.

Von juristischen Mediationsmodellen unterscheidet sich diese Herangehensweise in erster Linie dadurch, dass nicht konkrete Vereinbarungen

Wenn Sie eine Mediation versuchen wollen, sollten Sie bereit sein, die folgenden Regeln einzuhalten:

  • Verzicht auf Androhung von Gewalt oder von Behinderung berechtigter Interessen des Partners
  • Selbstkontrolle negativer Gefühle, um Eskalationen zu vermeiden
  • Aufrichtigkeit und förmlicher Umgang miteinander
  • Aktive Offenlegung aller finanziell relevanten Daten
  • Anerkennung der Rechte des Partners und der Kinder auf angemessenen Umgang miteinander
  • Externe Beratung durch einen Rechtsanwalt, damit Sie Ihre rechtliche Situation einschätzen können

Zunächst loten wir die Bedürfnisse der Partner und Kinder nach der Trennung aus und generieren daraus Regelungs-optionen. Dann versuchen wir diese Optionen so zusammenzustellen, dass den Bedürfnissen aller Beteiligter so weit wie möglich Rechnung getragen wird. Erst am Schluss weden konkrete Regelungen vereinbart, denen Sie dann als Gesamtpaket zustimmen können. Die fertige Vereinbarung wird Ihnen dann in Form eines Protokolls (Memorandum) ausgehändigt, so dass dieses von Ihren Anwälten rechtlich geprüft werden kann. Erst danach entscheiden Sie, ob Sie das Protokoll in eine rechtsverbindliche Form bringen möchten. Dazu beraten Sie Ihre Anwälte.

Vor- und Nachteile von Mediation

  • Sie können durch Mediation die strittigen Fragen eigenverantwortlich lösen.
  • Sie können üben, gemeinsam wieder eine konstruktivere Gesprächskultur zu schaffen, so dass Ihre Kinder nicht mehr unter dem Streit leiden.
  • Sie können Regelungen so treffen, dass diese sich an verändernde Bedürfnisse anpassen lassen.
  • Sie können die emotionalen Kosten des Scheiterns der Beziehung begrenzen, indem Sie lernen, sich wieder als Menschen zu respektieren.
  • Sie können durch neue gemeinsame Erfahrungen aus dem unwürdigen Automatismus des Rosenkrieges aussteigen.
  • Sie können zukünftiges Leiden vermindern, das sich daraus ergibt, dass der Expartner immer ein Teil Ihrer Geschichte (und, wenn Sie Kinder haben, auch Ihres Familie) bleiben wird.

Meine Rolle dabei ist, Sie in das Gespräch zu bringen, und dabei Verletzungen und Eskalationen möglichst zu verhindern. Ich möchte weder Ihr Schiedsrichter bei der Austragung Ihrer Konflikte sein, noch Ihr Schlichter, der eigene Vermittlungsvorschläge macht. Ich verstehe meine Aufgabe im Wesentlichen darin:

  • Einen sicheren Rahmen für eine Begegnung zu schaffen;
  • den Gegenstand der Gespräche zu strukturieren;
  • Ihre derzeitigen und zukünftigen Bedürfnisse herauszuarbeiten;
  • Möglichst viele alternative Regelungsszenarien zu generieren und diese zu Handlungsoptionen weiterzuentwickeln;
  • Eine Atmosphäre zu schaffen, die von gegenseitigem Respekt und Kooperationsbereitschaft geprägt ist.

Zwischen den Sitzungen benötigen Sie Zeit, um die Sitzungen angemessen vorzubereiten. Sie müssen Informationen einholen, Aufstellungen und Listen anfertigen und ggfs. die ersten vereinbarten Regelungen organisieren und umsetzen.

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